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Münsterland-Zeitung,  23. September 2017
Kunstwerke im Stiftsdorf

Asbeck Stahl und Eichenholz – zwei Materialien wie für die Ewigkeit bestimmt. Aus ihnen sind die Skulpturen von Ludwig Maria Vongries, die jetzt in Asbeck stehen. Am Rande der Welt.

Wenn Holz und Stahl aufeinandertreffen

Warum Ludwig Maria Vongries gerade diesen Titel gewählt hat, wird er vielleicht am Sonntag erzählen, wenn um 11 Uhr seine Ausstellung im Dormitorium eröffnet wird. Meint er das kleine Stiftsdorf mit seinem historischen Kern? Egal, auf jeden Fall ist da viel Poesie – in den vier Worten genauso wie in den Werken des Künstlers.

Gedanken und Assoziationen 

Der schwere, große Block vor der Stiftskirche fällt auf. Zwei halbe Baumstämme sind durch den Stahlwürfel gezogen. Welche Kraft dazu notwendig war? Wie fühlen sich die Materialien an? Wie verschieden sind die Formen, die so gar nicht und doch auch so gut zusammenpassen. Viele Gedanken, Assoziationen entstehen, wenn man vor den Arbeiten von Vongries steht. Und anfassen will man sie auch. Genauso will es der Künstler. Er sagt: „Bilder, Skulpturen sollten da sein, dass die Menschen stolpern im Kopf.“

Gespannt auf Reaktionen

Das Ziel wird er erreichen in Asbeck. Bernhard Laukötter, Vorsitzender des Heimatvereins Asbeck, ist gespannt auf die Reaktionen auf die ungewohnte Kunst. Er freut sich, dass die Skulpturen, die mit schwerem Gerät antransportiert wurden, ein Jahr lang im Stiftsdorf stehen bleiben werden. 
Vongries, übrigens ein Künstlername, hat Theologie und Philosophie studiert, hat sich früh mit Kunst beschäftigt. Richard Serra nennt er als einen der Künstler, die ihn beeinflusst haben. Die Frage, wie sich Körper und Raum beeinflussen, verbindet beide.

Immer Unterschiede

Drinnen im Dormitorium bekommt man eine Vorstellung, wie Ludwig Maria Vongries arbeitet. Manches sind eigenständige Arbeiten, andere sind Modelle, die im Format 1:10 entstehen. Auch hier treffen Holz, meist als halbierte Stämme, und Stahl, meist als Platten, aufeinander. Sie ergänzen sich und stoßen sich ab. Formal, optisch, haptisch – immer sind da die Unterschiede.
Und manchmal definiert sich eine Skulptur auch über die Zwischenräume. „Der Blick wird auf das gelenkt, was nicht da ist“, sagt Vongries. Dass er Theologie studiert hat, wird sicher seine Werke beeinflussen. Den Betrachter allerdings will er nicht in eine Richtung lenken. „Ich habe keine Botschaft“, sagt er. „Die Kunst lebt von der Vieldeutigkeit.“
Spät ist der 57-Jährige zur Kunst gekommen. „Wie eine Marienerscheinung“, so erzählt er, hatte er eines Nachts die erste Arbeit im Kopf. „Large Column“ – zwei Hölzer, vertikal an einer Stahlnadel hängend, die Spitze vergoldet – an der Ecke Stiftsstraße und Brückenstraße zeigt Vongries, wie es 2012 anfing.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, 24. September, 11 Uhr, im Dormitorium an der Stiftsstraße 20, spricht Dr. Reinhold Hülsewiesche. Die Arbeiten im Dormitorium sind bis Mitte Oktober zu sehen, Samstag und Sonntag, 14.30 bis 17.30 Uhr. Die Arbeiten im Außenraum bleiben ein Jahr in Asbeck.

 

Ronny von Wangenheim

26.09.2016

ZWISCHEN HIMMEL UND ERDE

Ausstellung von vier grossformatigen Skulpturen sowie mehreren Modellen
In der Benediktinerabtei Gerleve, Billerbeck

Katalog zur Ausstellung

48 Seiten, farbig, 21 x 25 cm

Preis: 10 €
Bestellung direkt per email an: mail@lm-v.de